DONNERSTAG, 05.04.2018
F.A.Z FrankfurterAllgemeinezeitung BILDUNGSWELTEN
von Susanne Dorendorff
Das Schreiben verlernt
Ständig wechselnde Anfängerschriften haben den Grundschulen einen Bärendienst geleistet

Wer Handschrift sagt, spricht vom Schreiben. Schreiben ist das Ergebnis eines Denkprozesses, dem ein visuell-manuell-basiertes Darstellungsereignis nachgeordnet ist. Handschrift ist eine Frage der Bildung, nicht des Designs. Ohne das Schreiben, das wusste schon Cicero, kann es kein Denken geben. Es ist von elementarer Bedeutung, ob mit zwei bis zehn Fingern auf Tasten gedrückt oder mit der Hand fließend geschrieben wird. Auch dass Handschriftliches bei neuronaler Synapsenbildung zu besseren Gedächtnisleistungen führt als Tastendrücken, ist bekannt. Die Frage Software statt Füller stellt sich demzufolge nicht. Beides hat seine Vorzüge. Die internationale Schreibtechnik der lateinischen Schulschreibschrift (typografisch: verbundene Gemischtantiqua, in Deutschland: Lateinische Ausgangsschrift) bewährt sich seit Jahrhunderten in den meisten Weltsprachen als Denk- und Kommunikationsinstrument und baut infolge der Digitalisierung ihren weltumspannenden Erfolg immer weiter aus.
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http://plus.faz.net/politik/2018-04-05/97c4c06b15a16960d343565b29562b3e?GEPC=s9

14.04.2017 Süddeutsche Zeitung "Hand anlegen" von Martin Scheele
Sie hätten beim Schönschreiben in der Schule wohl besser aufpassen sollen: Immer mehr Manager suchen Hilfe bei Handschrifttrainern.
Alexander Müller arbeitet für einen Computerkonzern in Frankfurt - und schreibt am liebsten mit der Hand. Für Hewlett Packard vertreibt der 48-Jährige Produkte in Deutschland. Nahezu jeden Tag umgarnt er Kunden, immer korrekt gekleidet: schwarze Schuhe, Anzug, Hemd, Krawatte. Das Benehmen: tadellos. Aber dann diese Handschrift! Wie ein Erstklässler auf Speed. "Meine Handschrift passte nicht zu meinem Äußeren", sagt Müller freimütig. "Ich habe mich oft dafür geschämt."
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www.sueddeutsche.de/karriere/handschrift-eine-sauklaue-schadet-dem-ansehen-1.3459573

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