My handwriting is my very own, distinctive sign of life,
the affirmation of my own being.

 

Die Schrift der Hand darf nicht mit Schönschreiben, Kalligrafie und irgendwelchen Alphabeten gleichgestellt werden.

links: Kalligrafie (4 Ansätze) - rechts: Handschrift (1 Ansatz - geschrieben in einem Zug)

Die Schrift der Hand ist innerhalb des Schriftenkanons eine eigene Kategorie, mit einem so deutlichen Alleinstellungsmerkmal, dass sie nicht mit anderen Alphabeten verglichen werden darf.

Das heißt: Weil Handschriften echt, spontan, individuell, emotional und unregelmäßig sind, ist diese Schrift Handschrift. Fehlt eine der Eigenschaften, ist es keine Handschrift mehr. Diese Eigenschaften belegen, dass Schönschrift/Kalligrafie, weil sie künstlich, ausgearbeitet, uniform, konstruiert und symmetrisch ist, als Antipode, also als das absolute Gegenteil von Handschrift verstanden werden muss. Die 5 Eigenschaften der Handschrift sind die Quelle ihrer Vitalität, jener starken Ausdruckskraft, die in der sino-japanischen Kultur hoch verehrt, im Westen hingegen von Anfang an leider nicht verstanden wurde. Handschrift ist individuelle Lebensspur und entsteht spontan - Kalligrafie dagegen ist bewusst angelegte Dekoration. Also das Gegenteil von Handschrift. Ganz einfach.


Der Handschrift-Funke springt in dem Moment über, in dem Sie durch eigene Erfahrung sehen und spüren, dass Schreiben eine Bewegung aus dem „Herzen“ ist, die lebendig ist, weil sie Ihre Emotionen reflektiert. Es ist ein magischer Moment. Der Handschrift-Funke verändert nicht nur Ihr Schreibbewusstsein, sondern auch Ihre Handschrift im positiven Sinne: Ihre Ausdruckskraft nimmt sichtbar zu. Sie werden eine Art der Freude am Schreiben erleben, wie Sie sich vorher nicht kannten.
Wir haben in Europa eine großartige Kultur der Schreibgeräte und Schriften und Millionen Menschen, die mit der Hand schreiben. Aber wir haben nichts, das sich als Kultur der Handschrift bezeichnen ließe. In Deutschland wurde der Schreiblernunterricht 1969 sogar ganz abgeschafft. Lehrerinnen erklären den Kindern nicht mehr, wie man den Stift beim Schreiben richtig hält und führen muss. So kann keine Begeisterung fürs Schreiben entstehen.
Das Schicksal der Handschrift erinnert an das Märchen vom hässlichen Entlein, das in Wirklichkeit ein starker und stolzer Schwan war. Schreiben soll nicht länger das Stiefkind und "hässliches Entlein" unserer Schreibkultur bleiben. Die Entstehung einer neuen, anspruchsvollen Schreibkultur steht jetzt bevor.