Die WELT, 22.12.2108: Wie man Spuren ins Gedächstnis schreibt von Céline Lauer | Redakteurin /Wissen

Auszug:

Die Handschrift lässt sich nicht einfach ersetzen – weil sie ein Teil unserer Körpersprache ist, sagt Susanne Dorendorff: „Die Handschrift ist der einzige menschliche Ausdruck, der sich spontan materialisieren lässt. Deswegen möchten so viele Menschen gerne schön schreiben können – weil man sich darin spiegelt.“

Dorendorff ist Dozentin für Schrift und Schreibkultur, Buchautorin und Handschrift-Coach; mit Schönschreiben oder Trends wie Hand-Lettering – so heißt das kunstvolle Zeichnen und Ausmalen von Buchstaben – haben ihre Kurse jedoch nichts zu tun.

Dorendorff geht es darum, aus schlechten Handschriften gute zu machen – bei Kindern, aber gerade auch bei Erwachsenen. Denn wer in der Schule nicht gelernt hat, unverkrampt zu schreiben, nimmt sein Gekrakel meist ins Berufsleben mit.

Dorendorff sagt, der Großteil ihrer Klientel sei männlich; oft fänden sich darunter Manager und Führungskräfte. „Wenn diese Männer mit ihren teuren Füllern in Konferenzen gehen und wie Fünftklässler kritzeln, ist ihnen das sehr peinlich“, sagt sie. „Die meisten haben Scham und Angst vorm Schreiben.“

Im Coaching lernen diese Klienten, ihre Schrift „neu zu programmieren“, wie Dorendorff es nennt: Sie entwickeln eine schnelle und fließende Handschrift, die dabei aber authentisch bleibt. „Eine stimmige Handschrift muss weder groß noch ausladend sein“, sagt Dorendorff. Vielmehr müsse sie zu der Person passen, die sie schreibt. Diese Authentizität mache das Schreiben von Hand so besonders – gerade im Computerzeitalter. „Es geht dabei um Poesie, um das, was der Mensch sich nicht nehmen lässt: Sinnlichkeit und Sinnhaftigkeit.“

09/2018 Der NDR zeigt in der Sendung DAS! Dorendorffs Handschrift-Coaching für Manager.
Dazu muss angemerkt werden, dass jedes Coaching anders ausfällt bzw. dass sich jedes Coaching anders entwickelt. Manchmal sitzen wir an einem Tisch und schreiben nur mit Füller, manchmal ist es so bewegungsbasiert wie hier. Aber immer ist es gewinnbringend. Hier die Mail eines Teilnehmers ein paar Tage nach dem Coaching

Hallo Frau Dorendorff,
ich wollte mich hier noch einmal melden. Vielen Dank für das Coaching, es hat Spaß gemacht und war doch ganz unerwartet. Ich habe Ihr Buch auf der Rückfahrt verschlungen und trainiere und benutze immer wieder meine neue Unterschrift.
Es hat mir wirklich sehr geholfen und ich bekomme zum Schreiben einen anderen Bezug. Viel Grüße aus ... Ihr ...

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/das/Schoenschrift-dank-Susanne-Dorendorff,dasx15494.html

Forschung und Lehre, 5/2018
Exzellentes Denkwerkzeug - Zur Bedeutung der Handschrift in der heutigen Zeit (von Susanne Dorendorff)

Es gibt nach wie vor gute Gründe, mit der Hand zu schreiben. Wie wissenschaftliche Studien bestätigen, fördert das handschriftliche Schreiben die Merkfähigkeit und hat zudem Einfluss auf die Kreativität. Ein Plädoyer für eine kulturelle Technik mit langer Tradition.
http://www.wissenschaftsmanagement-online.de/beitrag/exzellentes-denkwerkzeug-zur-bedeutung-der-handschrift-der-heutigen-zeit-9021

DONNERSTAG, 05.04.2018
F.A.Z FrankfurterAllgemeinezeitung BILDUNGSWELTEN
von Susanne Dorendorff
Das Schreiben verlernt
Ständig wechselnde Anfängerschriften haben den Grundschulen einen Bärendienst geleistet

Wer Handschrift sagt, spricht vom Schreiben. Schreiben ist das Ergebnis eines Denkprozesses, dem ein visuell-manuell-basiertes Darstellungsereignis nachgeordnet ist. Handschrift ist eine Frage der Bildung, nicht des Designs. Ohne das Schreiben, das wusste schon Cicero, kann es kein Denken geben. Es ist von elementarer Bedeutung, ob mit zwei bis zehn Fingern auf Tasten gedrückt oder mit der Hand fließend geschrieben wird. Auch dass Handschriftliches bei neuronaler Synapsenbildung zu besseren Gedächtnisleistungen führt als Tastendrücken, ist bekannt. Die Frage Software statt Füller stellt sich demzufolge nicht. Beides hat seine Vorzüge. Die internationale Schreibtechnik der lateinischen Schulschreibschrift (typografisch: verbundene Gemischtantiqua, in Deutschland: Lateinische Ausgangsschrift) bewährt sich seit Jahrhunderten in den meisten Weltsprachen als Denk- und Kommunikationsinstrument und baut infolge der Digitalisierung ihren weltumspannenden Erfolg immer weiter aus.
weiter:
http://plus.faz.net/politik/2018-04-05/97c4c06b15a16960d343565b29562b3e?GEPC=s9

Bitte ein Autogramm...SZ-Magazin 13/2018

von Chr. Cadenbach

www.sueddeutsche.de/stil/selbstversuch-bitte-ein-autogramm-1.3920540

14.04.2017 Süddeutsche Zeitung "Hand anlegen" von Martin Scheele

www.sueddeutsche.de/karriere/handschrift-eine-sauklaue-schadet-dem-ansehen-1.3459573
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